Anti-Drogen-Zug "ein toller Erfolg"

Segeberger Zeitung, 08.03.2022                                                        Text/Fotos: KJH

BAD SEGEBERG. Einen vorläufigen Abschluss fand das Projekt „Revolution Train“ am Donnerstag im Ihlsee-Restaurant. Diesen „Zug der Revolution“ hatte der Initiator Jürgen Schlichting vor Jahren als Polizeibeamter in Leipzig kennengelernt und seitdem versucht, ihn auch einmal nach Schleswig-Holstein zu holen. In diesem Zug werden Jugendliche von Moderatoren in einer knapp zweistündigen Führung mit den Stationen eines Drogensüchtigen auf dem Weg in den Abgrund konfrontiert. Das fängt bei den leichten Alltagsdrogen, wie Alkohol und Nikotin an, geht weiter über die Einstiegsdroge Cannabis und landet schließlich bei „Harten Drogen“ wie Heroin. Drastisch wird dort den Besuchern das Ende vor Augen geführt, ob im zerstörten Auto am Baum oder mit dem „Goldenen Schuß“ auf der Bahnhofstoilette.

Diese Konfrontation erschien aber vielen Fachleuten im Land zu martialisch, das Sozialministerium lehnte das Projekt ab, weil es fachlich nicht überzeugt war, auch andere private Drogenbekämpfer setzten eher auf Diskussionen und Einsicht.

 

Selbst das Innenministerium, Schlichtings Arbeitgeber als Polizeibeamter, verbot ihm, in Uniform für das Projekt zu werben. „Ich war völlig am Boden, bekam böse Worte zu hören“, erzählte er bei der Vorstellung der Ergebnisse des Projekts. Doch dann war als Retter in der Not die Kreisverkehrswacht gekommen. Rechtsanwalt Dr. Jörg Friedhoff-Schüller, Vorstand der KVW, fand dass Drogen sehr wohl ein Problem wären, mit dem man sich beschäftigen müsse: „Wir unterstützen Dein Projekt mit vollem Herzen“, hatte er versprochen. Mit der Unterstützung konnte es dann losgehen, denn immerhin kostete der sechstägige Einsatz des Zuges im Kreis Segeberg rund 110000 Euro. Nachdem Norderstedts Bürgermeisterin Elke Christina Roeder die Hälfte der Kosten zugesagt hatte, kamen mit Henstedt-Ulzburg, dem Kreis selbst, noch viele Ämter und Gemeinden hinzu, die den Rest schulterten.  Der pensionierte Polizeibeamte Wolfgang Banse, der das Projekt im Raum Norderstedt organisierte, rechnete aus, dass der Zug am Tag 9000 Euro kostete und damit umgerechnet 23 Euro pro Schüler, die man durch den Zug geführt hatte. Begonnen hatte der aus Tschechien kommende Zug dann in Norderstedt am 18. Oktober, sechs Werktage lang wurden 1650 Schüler geführt, am Sonnabend ein Familientag eingelegt, um auch Eltern zu erreichen. Danach wurden in Bad Segeberg und Bad Bramstedt noch weitere 2300 Schüler an insgesamt 16 Tagen erreicht. Insgesamt 60 Moderatoren und -innen hatten sich an den Führungen beteiligt.

„Wir müssen so früh damit anfangen“, erzählt Wolfgang Banse aus seinen früheren dienstlichen Erfahrungen, aber auch aus seiner Tätigkeit beim kriminalpräventiven Rat in Norderstedt. „Da gab es 8. Klassen, da saßen die Schüler schon bekifft im Unterricht.“ Erschreckend auch die Zahlen, die Schlichting nannte. Danach begänne bei vielen die Drogenkarriere schon im Alter von 10 bis 13 Jahren, oft seien es sogar die Eltern, die ihren Kindern den ersten Schluck Alkohol anböten. Für Ihn war die Aktion „insgesamt ein toller Erfolg“. Aus Fragebogenaktionen vor und nach dem Umgang berichtet er von einer 17%-igen Wissenssteigerung, was er allerdings nicht zu hoch bewerten wolle. Viel wichtiger sei, dass die Schüler gelernt hätten, das Zauberwort „Nein“ zu sagen, wenn ihnen eine Zigarette oder Alkohol angeboten würden.

Im Anschluss an die Aktion hatte die Kreisverkehrswacht einen Wettbewerb unter den Schulen ausgeschrieben. Die Schüler sollten sich musisch oder künstlerisch mit der Frage beschäftigen: „Was macht mich stark gegen Drogen?“ Bürgermeister Toni Köppen konnte hier in Vertretung für den verhinderten Landrat für den Nordkreis einen ersten und zwei zweite Preise vergeben. Der Erste ging, mit 500 Euro dotiert an die Richard Hallmann Schule in Trappenkamp, die beiden Zweiten an die Dahlmannschule nach Segeberg und die Schule in Wahlstedt, immerhin auch mit je 250 Euro dotiert. Auch in Norderstedt konnten von Bürgermeisterin Elke Christina Roeder ein erster und zwei zweite Preise übergeben werden.

Bevor es dann bei der Abschlussvorstellung zum Imbiss ging, bedankte sich KVW-Vorstand Dr. Jörg Friedrich-Schüller noch einmal ausdrücklich bei allen Sponsoren, seien sie kommunal oder privat, die dieses Projekt erst möglich gemacht hatten und freute sich: „Die Leute, die dem zunächst sehr kritisch gegenüberstanden, sind am Ende überzeugt.“ So hatte auch Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg zugesagt, sich den Zug am 23. Juni 2022 einmal anzuschauen. Dann ist er nämlich im nördlichen Niedersachsen und kann für einen Tag nach Schleswig-Holstein kommen. Wenn dann Unterstützung vom Land kommt, kann der Revolution Train in 2023 in Neumünster, Itzehoe und Plön Station machen. Bis dahin ist er jedoch schon in der ganzen Republik ausgebucht.

 

 

(KJH) 


Sicherer mit dem Rad unterwegs: Tipps von Segebergs Kreisverkehrswacht

Lübecker Nachrichten, 30.05.2021                                                              von: Heike Hiltrop

 

 

 

 

 

 

 

Gesund, klimafreundlich und in der Pandemie ein prima Sport für jedes Alter: Fahrradfahren boomt. Harald Poppe von der Kreisverkehrswacht Segeberg bringt nicht nur Kindern den sicheren Umgang bei. Darauf sollte jeder achten.

 

Gesehen werden ist sicherer

Harald Poppe von der Kreisverkehrswacht Segeberg schult Jungen und Mädchen beim Fahrtraining, aber auch Erwachsene, die mit dem Elektrofahrrad (Pedelec) unterwegs sein wollen, denn sie zählen zu den Gruppen mit den schwersten Unfällen im Straßenverkehr. Hier seine Top sechs in Sachen Sicherheit:

Der Helm: Er ist das wichtigste Element. Er muss nicht teuer sein, aber gut sitzen. Die Ohren bleiben frei, der Kinnriemen sollte zwei Finger breit Luft haben, damit er nicht einschnürt. Wenn es kalt ist, keine Pudelmütze unter dem Helm tragen, sondern besser eine Motorradhaube, rät Poppe.

Die Kleidung: Hell soll sie sein und leuchtend, denn gesehen werden, bedeutet mehr Sicherheit. Am besten ist eine Warnweste, die es in verschiedenen Größen für ein paar Euro zu kaufen gibt. Sie sei nicht schön, mache aber sichtbar, sagt Poppe. Wer mit dunkler Jacke unterwegs ist, sollte wenigstens auf reflektierende Streifen achten.

Das Rad: Wer es im Winter längere Zeit stehen lässt, sollte einen Licht-, Bremsen- und Technik-Check vor dem Saisonstart vornehmen. Wer eine Rücktrittbremse gewohnt ist und sich ein neues Fahrrad kauft, sollte dabei bleiben oder das Bremsen ohne trainieren. Gerade bei Kindern und älteren Menschen kann es sonst zu brenzligen Situationen kommen, wenn in einer gefährlichen Situation reflexartig nach hinten ins Leere getreten wird.

Das Licht: Es sollte auch bei trübem Wetter immer angeschaltet sein, um besser wahrgenommen zu werden.

Der Sattel: Die Faustregel besagt, dass er auf Hüfthöhe eine gute Sitzposition ergibt. Wichtig ist, dass die Fußspitzen noch gut den Boden erreichen – bei überraschenden Situationen kann es sonst schnell zu Stürzen kommen.

 

Der Lenker: Hier muss jeder seine persönliche Wohlfühlposition finden. Die ergibt sich nach ein paar Touren, so Poppe.


Tempo 30 vor Schule in SE

Basses Blatt, 28. November 2020                                                             Text/Foto: ehl

 

Bad Segeberg (ehl), lange hat es gedauert, aber jetzt kommt sie. Die 30er-Zone vor der Heinrich-Rantzau-Schule in Bad Segeberg. Es gab unzählige Anläufe der Stadt Bad Segeberg sowie den Eltern der Schule, eine Zone entlang der Bundesstraße 432 einzurichten, in der nur 30 Stundenkilometer schnell gefahren werden darf.
Die zuständige Kreisverwaltung hat das immer wieder abgelehnt, obwohl es teilweise zu gefährlichen Szenen vor der Schule gekommen ist. Die Straßenverkehrsordnung gab eine Genehmigung nicht her. Genau das hat sich geändert. „In einer Elternbeiratssitzung kam dieses Thema einmal mehr wieder auf den Tisch. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht, dass der Antrag zum wiederholten Male abgelehnt wurde und haben uns entschieden, es einfach zu machen“, erzählt Daniela Buß, die sich gemeinsam mit Lea Fahrmeier-Schneider für die Zone engagierte. „Wir haben dann ausgiebig im Internet recherchiert und festgestellt, dass es seit 2016 eine Gesetzesänderung gibt, die eine Einrichtung einer 30-km/h-Zone möglich macht. Demzufolge haben wir dann einen Antrag auf eine streckenbezogene Geschwindigkeitsreduzierung gestellt. Dieser Antrag ist dann am 24. November erfreulicherweise auch durchgegangen“, berichtet Daniela Buß weiter.
„Wir haben über 150 E-Mails an die Stadtvertretung und den zuständigen Kreis und einige weitere Personen geschickt. Erfreulicherweise hat uns durch die Bank nur positives Feedback erreicht. Ganz besonders bedanken möchten wir uns beispielsweise bei Olaf Reiter als Vorsitzendem des kommunalen Präventionsrates der Stadt Bad Segeberg“, sagt Lea Fahrmeier-Schneider. Sie dankt zudem allen Unterstützern.

 


Lübecker Nachrichten                                                                                 28. November 2020

 

Jubel bei Eltern und Kindern: Tempo 30 vor der Bad Segeberger Rantzau-Schule kommt.


Tempo 30 vor der Rantzau-Schule

Segeberger Zeitung, 28 November 2020                                                                 Text: thb

                                             Tempo 30 vor der Rantzau-Schule

 

Bad Segeberg. Auf einmal ging alles ganz schnell: Seit etlichen Jahren bemühen sich Schule, Eltern und Kommunalpolitik darum, auf der Ziegelstraße vor der Heinrich-Rantzau-Schule eine Tempo-30-Zone einzurichten – bislang immer vergeblich. Jetzt gibt der Kreis Segeberg dafür unerwartet grünes Licht.

Grund für diese überraschende Entwicklung sei „eine geänderte Rechtslage“, die der Kreis-Verkehrsbehörde nunmehr mögliche, „auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zusätzliche Maßnahmen zur Schulwegsicherung“ zu veranlassen, wie eine Sprecherin unlängst erklärte. Nach eingehender Prüfung und in Absprache mit der örtlichen Polizei habe die Verkehrsaufsicht daher im Nahbereich von Bad Segebergs größter Grundschule auf der B432 eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer angeordnet.

In der Vergangenheit hatte der Kreis Segeberg den Wunsch immer wieder mit dem Hinweis abgelehnt, die Ziegelstraße sei zum einen  Bundesstraße – weshalb die Zuständigkeit ohnehin nicht beim Kreis liege – und darüber hinaus kein Unfallschwerpunkt.

Der Elternbeirat der Rantzau-Schule hatte zuletzt noch einmal die Initiative ergriffen und auf die neue Rechtslage aufmerksam gemacht, der zufolge zwar eine klassische Tempo-30-Zone ausgeschlossen, aber eine sogenannte „streckenbezogene Temporeduzierung“ – insbesondere auch vor Schulen – möglich sei.

 

                                                                                                                                                thb


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